SPORT-
TRAUMATOLOGIE


Schulterschmerzen

 

Schulterschmerzen

 

Muskel-Dysbalance 

Das Schultergelenk ist ein Ku­gel­ge­lenk mit ge­rin­ger knöcherner Führung und einem weiten Kapsel-Band-Ap­pa­rat. Dies ermöglicht zum einen die enorme Beweglichkeit des Ober­ar­mes in alle Richtungen, unterstreicht aber auch die Bedeutung der Mus­ku­la­tur für die Ge­lenk­füh­rung und die Stabilität. Ins­be­son­dere bei Ju­gend­li­chen gilt zu beachten, dass die aus­ge­spro­chen ein­sei­ti­ge Be­lastung des Schul­ter­gür­tels auch muskuläre Dys­ba­lan­cen ver­ur­sa­chen kann. Es kommt somit zu einer sehr un­glei­chen Be­an­spru­chung dieser Mus­kel­grup­pen, so dass die exakte Ge­lenk­füh­rung leidet und Schmerzen resultieren können. Diese Kennt­nis nutzt man in Form der Physiotherapie und eines gezielten re­zen­trie­ren­den Mus­kel­auf­baus zur Be­hand­lung ent­spre­chen­der Be­schwer­den. Präventiv ist somit ein sta­bi­li­sie­ren­des Kraft­trai­ning zur Vermeidung dieser Problematik sinnvoll und empfehlenswert. 

 

Schleimbeutelentzündung 

Bewegungen des Armes über die Horizontale hinaus, und somit vor allem die Auf­schlag­be­we­gung, können eine äußerst schmerzhafte Rei­zung des Schleim­beu­tels unter dem Schul­ter­dach her­vor­ru­fen und auf den gesamten Ober­arm aus­strah­len. 


 

Begünstigt durch knö­cher­ne An­bau­ten kommt es durch wie­der­hol­ten me­cha­ni­schen Druck bei diesem so­ge­nann­ten Schul­ter­eng­pass-Syn­drom zu einer Ent­zün­dung des Schleim­beu­tels. Zur Dia­gno­se­si­cherung hat sich hier ins­be­son­dere die Ultra­schall­un­ter­su­chung be­währt. Ne­ben einer kurzen Sport­pause führen ent­zün­dungs­hem­men­de Me­di­ka­men­te sowie phy­sio­the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­men oftmals zu einer raschen Be­schwer­de­bes­serung. Operative Maß­nah­men sind in der Regel vermeidbar. 

 

Kalkschulter 

Eine Besonderheit stellt die sogenannte Kalk­schul­ter dar. Hierbei zeigen Röntgenbilder des Schul­ter­ge­len­kes schol­len­ar­tige Ver­kal­kun­gen inner­halb der Seh­nen, die zum Oberarmkopf ziehen. Eröffnen sich diese zahn­pasta­ähn­li­chen Kalk­depots, so wird der oben genannte Schleim­beu­tel massiv ge­reizt und es kommt zu Epi­so­den stärk­ster Schul­ter­schmer­zen. Nach­dem diese Kalk­her­de nur sel­ten spon­tan ver­schwin­den, steht zu­nächst die me­di­ka­men­töse Schmerz­the­ra­pie im akuten Stadium im Vor­dergrund. Um eine folgenreiche Schä­di­gung des Seh­nen­ma­terials zu ver­mei­den, werden bei chro­ni­schen und the­ra­pie­re­sisten­ten Ver­läu­fen des­halb die Kalk­de­pots auch ope­ra­tiv ent­fernt. 

 

Schultereckgelenks-Arthrose 

Da das Schulter­gelenk nicht ge­wicht­tra­gend ist, sind Ver­än­derun­gen im Sinne einer Ar­thro­se, also eines Ge­lenk­ver­schleißes, eher selten. Hier­von häu­fi­ger be­trof­fen ist das Schul­ter­eck­ge­lenk, ge­bil­det durch Schlüs­sel­bein und Schul­ter­dach. 

 

Chronische Über­lastung führt hier durch knöcherne An­bau­ten zu einer Auf­he­bung des Ge­lenk­spal­tes. Es re­sul­tie­ren be­lastungs­ab­hän­gige Be­schwer­den bis hin zu nächt­li­chen Ru­he­schmer­zen. Im Ge­gen­satz zur oben ge­nann­ten Schleim­beu­tel­ent­zün­dung ist der Schmerz je­doch eher punkt­för­mig und gut lo­ka­li­sier­bar. Rönt­gen­auf­nah­men si­chern die Dia­gno­se. Mit der Kern­spin­to­mo­gra­phie steht seit Jah­ren zu­dem ein ge­naues dia­gnos­ti­sches Ver­fah­ren zur Be­ur­tei­lung aller vor­ge­nann­ten Er­kran­kun­gen bereit. Die exakte Dia­gno­se ist un­ab­ding­ba­re Vor­aus­set­zung zur Ein­lei­tung der in­di­vi­du­ell rich­ti­gen The­ra­pie­form. Sollten konservative The­ra­pie­maß­nah­men nicht den erhofften Er­folg bringen, steht mit der ar­thros­ko­pi­schen Er­wei­terung des Ge­lenk­spal­tes ein er­folg­rei­ches und minimal in­vasi­ves Ver­fah­ren zur Ver­fü­gung. Hier­bei werden blei­stift­dünne In­stru­men­te über win­zige Haut­schnit­te in „Schlüs­sel­loch­tech­nik“ ein­ge­führt und der ver­eng­te Ge­lenk­spalt wie­der­her­ge­stellt. Be­reits un­mittel­bar nach der Opera­tion wird mit ak­tiven Be­wegungs­übun­gen be­gonnen, so dass mit einer baldigen und schmerz­freien Rück­kehr zum Sport zu rechnen ist. 

 

Die vorgenannten schmerzhaften Schul­ter­erkran­kun­gen sind bei Über­kopf­sport­ar­ten und ins­be­son­dere im Tennis­sport durchaus häufig anzutreffen. Eine exakte Dia­gno­se­stel­lung in Ver­bin­dung mit der ent­spre­chen­den The­ra­pie kann in den meisten Fäl­len den Krank­heits­ver­lauf deut­lich abkürzen.