SPORT-
TRAUMATOLOGIE
Meniskusverletzung

Der Meniskusriss des Kniegelenkes gehört in einer Spielsportart zwangsläufig zu einer der häufigsten Verletzungen überhaupt. Beim Laufen und Springen kommt es zu enormen Belastungen des Innen- und Außenmeniskus, zwei halbmondförmigen Knorpelscheiben zwischen Oberschenkel und Schienbeinkopf, deren Funktion in der Polsterung und Führung des Gelenkes besteht. Ausgelöst durch schnelle Beuge- und Drehbewegungen des Unterschenkels bei feststehendem Fuß kommt es zu Quetschungen bis hin zu Einrissen der Kollagenfasern, wobei degenerative Elastizitätsverluste begünstigend wirken. Jedoch sind durchaus auch jüngere Sportler von dieser, für das Kniegelenk bedeutsamen Verletzung, betroffen. Einigkeit besteht heute darin, dass eine Meniskusverletzung die Entstehung einer Arthrose bewirken kann – Grund genug, entsprechende Diagnostik und Therapie rechtzeitig einzuleiten.
Die Beschwerden des Sportlers sind relativ eindeutige, belastungsabhängige Schmerzen auf Höhe des inneren oder äußeren Gelenkspaltes, oftmals ausgelöst durch eine extreme Belastung in Beugung.
Aus mechanischen Gründen ist der Innenmeniskus ca. zehn Mal häufiger betroffen als der Außenmeniskus. Anhand der Rissform werden Quer-, Längs-, Lappen- oder Korbhenkelriss unterschieden, woraus sich durchaus unterschiedliche Therapieformen ableiten können. Diagnostisch unterstützt heutzutage die Kernspintomographie die Diagnosestellung und leitet die entsprechende Therapie ein.
Die Behandlung orientiert sich, abgesehen von der aktuellen Beschwerdesymptomatik, vor allem an Alter und Aktivitätsniveau des Betroffenen. Bei einer reinen Meniskusquetschung handelt es sich um eine harmlose Verletzung, welche konservativ unter entsprechender Schonung und Entlastung des Gelenkes binnen Wochen folgenlos ausheilt.
Ein unbehandelter Meniskusriss hingegen wird wechselhafte Schmerzen bereiten, weiter einreißen oder im schlechtesten Fall zu bleibenden Knorpelschäden führen. Hierbei handelt es sich dann um die Vorstufe einer Arthrose, welche unbedingt vermieden werden muss. Da Meniskusgewebe nur in den Randzonen durchblutet ist, besteht kaum eine Chance auf Eigenheilung bzw. Regeneration. Aus diesem Grund besteht die Therapie der Wahl heute beim jungen oder aktiven Patienten in der Arthroskopie, einer Gelenkspiegelung, bei der mittels „Schlüssellochtechnik“ eine ca. bleistiftdünne Kamera in das Gelenk eingeführt wird. Zunächst werden dann die Knorpelflächen, Kreuzbänder und Menisci mittels Tasthaken beurteilt und fotografiert. Anschließend wird der bestehende Meniskusschaden entsprechend der Rissform behandelt.
Im Vordergrund steht hier die Meniskusteilresektion, die möglichst sparsame Entfernung des beschädigten Gewebes. Der verbleibende Restmeniskus übernimmt dann den Schutz der Knorpelflächen sowie die Stabilisierung der Gelenkführung.
In Ausnahmefällen, insbesondere bei jüngeren Patienten, zeigt die Gelenkspiegelung einen Riss in der durchbluteten Meniskuszone. Hier ist die Naht und somit der vollständige Erhalt des Meniskus möglich.
Eher im Versuchsstadium befindet sich der vollständige operative Meniskusersatz durch künstliches Gewebe oder Transplantate von Verstorbenen.
Die Nachbehandlung erfolgt sehr standardisiert. Zur Schonung des Gelenkes erfolgt eine mehrtägige Teilbelastung an Krücken sowie regelmäßige Physiotherapie. Nach erfolgreicher Eingliederung in Alltag und Beruf kann mit sportlichen Aktivitäten begonnen werden. Hier stehen zunächst Rad- und Schwimmsport im Vordergrund, bevor man nach ca. vier bis sechs Wochen endlich wieder Tennis spielen darf. Nach einer Meniskusnaht hingegen sollte das Knie jedoch sechs Wochen mit Gehstützen entlastet werden.
Wir führen im Zentrum für Orthopädie und Sportmedizin ZFOS jährlich, vorzugsweise ambulant, ca. 1.500 Eingriffe dieser Art durch.
