KNIE-
OPERATIONEN


Meniskus

01.2012

Grundsätzliches:

Der Meniskusschaden des Kniegelenkes ge­hört zu den häufigsten Verletzungen in den Spielsportarten. Beim Laufen und Springen kommt es zu enormen Belastungen des Innen- und Außenmeniskus, zwei halbmondförmigen Knorpelscheiben zwischen Oberschenkel und Schienbeinkopf, deren Funktion in der Stoß­dämpfung und in der  Führung des Gelenkes besteht. Ausgelöst durch immer wie­der­keh­ren­de schnelle Beuge- und Drehbewegungen des Unterschenkels bei feststehendem Fuß kommt es zunächst zu Quetschungen und dann zu Ein­ris­sen der Meniskusfasern. 

Es handelt sich also meist um einen jah­re­lan­gen Abnutzungs- und Verschleißprozess. Auch jüngere Sportler sind von dieser be­deut­samen Verletzung be­trof­fen; bei ihnen ist sie oft durch einen Unfall ausgelöst, durch einmalige, über­mäßige Kraft­ein­wir­kung. Die Beschwerden sind Schmerzen auf Höhe des inneren oder äu­ße­ren Gelenkspaltes, sowohl in Ruhe als auch nach Belastung, oftmals ausgelöst durch for­cier­te Beugung und Drehung. Aus me­cha­ni­schen Gründen ist der Innenmeniskus ca. 10x häufiger betroffen als der Außenmeniskus; der Innenmeniskus meist hinten, der Außen­menis­kus meist vorne. 

Anhand der Rissform werden Quer-, Längs-, Lappen- oder Korbhenkelrisse unter­schie­den. Diagnostisch hilfreich ist die Kern­spin­tomo­graphie. Eingriffe am Meniskus gehören zur Kern­kom­pe­tenz des ZFOS. Wer, wenn nicht wir, sollte mit diesem Problem größt­mögli­che praktische Erfahrung haben. Die Zahlen sprechen für sich: mehr als 1000 Patienten jährlich ver­trauen uns ihr Knie an und werden von uns am Meniskus operiert.

Operationstechnik:

Die Behandlung orientiert sich an den aktuellen Beschwerden sowie am Alter und Ak­tivi­täts­ni­veau des Betroffenen. Bei einer reinen Me­nis­kus­quetschung handelt es sich um eine harm­lose Verletzung, die konservativ unter ent­spre­chen­der Schonung und Entlastung des Ge­len­kes innerhalb weniger Wochen abklingt.

 

Ein Meniskusriss hingegen wird oft starke und wechselhafte, typischerweise auch nächtliche Schmerzen verursachen, und bei Belastung weiter einreißen. Da das Meniskusgewebe nur in den Randzonen durchblutet ist, besteht keine Chance auf Eigenheilung. Im Falle lang­an­hal­ten­der Schmerzen, von Be­we­gungs­ein­schrän­kung oder von Flüssigkeitsansammlung im Knie besteht die Therapie der Wahl heute in der Arthroskopie. 

Dies ist eine Gelenkspiegelung, bei der mittels „Schlüssellochtechnik“ eine bleistiftdünne Optik in das Gelenk eingeführt wird. Zunächst werden dabei die Knorpelflächen, die Kreuz­bänder und die Menisken inspiziert, mittels Tasthaken untersucht und fotografiert. An­schlie­ßend wird der bestehende Me­nis­kus­scha­den entsprechend der Rissform be­han­delt. Meistens wird eine Me­nis­kus­teil­re­sek­tion vorgenommen, d.h. das beschädigte Gewebe wird möglichst schonend und spar­sam entfernt. Der verbleibende gesunde Restmeniskus übernimmt dann den Schutz der Knorpelflächen sowie die Stabilisierung der Gelenkführung. 

Eine zu radikale oder gar totale Entfernung des Meniskusgewebes muss möglichst vermieden werden, da sich ansonsten Knor­pel­schäden bis hin zur Arthrose entwickeln können.


In Ausnahmefällen, insbesondere bei jün­ge­ren Patienten, zeigt die Gelenkspiegelung einen unfallbedingten Riss in der durch­blu­te­ten Meniskuszone. Hier ist die Naht und somit der vollständige Erhalt des Meniskus möglich und unbedingt anzustreben.

 

Der operative Meniskusersatz durch künstliches Gewebe oder Fremdtransplantat befindet sich im Versuchsstadium. Er hat sich bisher in der Praxis nicht durchsetzen können. 

 

 

1. Meniskus Aufsicht im Modell   2. Pufferfunktion des Meniscus   3. Hautschnitte   4. Gesunder Meniskus   5. Meniskusriss vor Op 

6. Meniskusverschleiß vor Op   7. Meniskus nach Teilentfernung   8. Meniskusnaht im Schema   9. Meniskusnaht

Nachbehandlung:

Zur Schonung des Gelenkes muss der Patient mehrere Tage nach der Meniskusteilentfernung Krücken verwenden. Für einige Wochen erfolgt physiotherapeutische Behandlung. 

Nach ca. einer Woche kann man in der Regel wieder Auto fahren und ins Büro gehen, nach ca. 2 Wochen Rad fahren und Schwimmen. Nach ca. 4–6 Wochen kann man wieder mit Lauf-und Sprungsportarten anfangen.

Die Nachbehandlung nach einer Me­nis­kus­naht ist langwieriger. Man muss 6 Wochen Krücken verwenden und darf nur teilbelasten. Nach 3 Monaten kann man mit dem Laufen, nach 6 Monaten mit Wettkampfsport beginnen.